| Fritz Rudolf Künker GmbH & Co. KG > Auction 202 | Auction date: 2 February 2012 |
| Lot number: 1158 | |
| Lot description: SIGISMUND III. VON SCHRATTENBACH, 1753-1771 Sigismund von Schrattenbach, geboren 1698, entstammte dem steirischen Zweig seiner Familie. Erst am 13. Tag des Wahlganges hatte man sich auf ihn, den bisherigen Domdechanten, geeinigt, der keineswegs der tüchtigste war, wenn er auch den besten Willen mitbrachte. Durch seine besondere mönchartige Frömmigkeit erregte er das Mißfallen jener, die schon der erwachenden Aufklärung zugeneigt waren. Er betete stundenlang mit seinem Hofstaat den Rosenkranz. In Salzburg gründete er ein Zucht- und Arbeitshaus sowie zwei Waisenhäuser. Er förderte auch den Bergbau, der unter ihm eine schwache Nachblüte erlebte. Sigismund konnte aber nicht die schwere Finanzkrise beheben, in der sich sein Land befand. Der Haushalt wurde noch zusätzlich durch einen Beitrag von 18.000 Gulden an den österreichischen Kosten des Siebenjährigen Krieges und durch eine pauschale, von Preußen durchgesetzte Entschädigung von Emigrantenguthaben in Höhe von 30.000 Gulden belastet. Das Stadtbild bereicherte er durch zwei eigenartige Werke: das Sigismundtor (Neutor), eine kühne technische Leistung, weil es den Mönchsberg durchstieß, und die Marienstatue auf dem Domplatz. Als großer Theaterfreund förderte er auch den kleinen Mozart, dem er seine erste Reise nach Italien ermöglichte und überhaupt den Grundstein zu dessen Karriere legte. Am 16. Dezember 1771 starb der Erzbischof an einer Nierenblutung. Goldmedaille zu 20 Dukaten o. J. (1753). Prämie für Verdienste um die Wissenschaft. Brustbild r. in geistlichem Ornat mit Pileolus, darunter die Signatur F • M • K • (Stempelschneider Franz Matzenkopf)// Säulenförmiger Altar auf einer Rokokoverzierung, daran lehnen Speer und Schild, darauf ein Tuch, eine Eule und ein Füllhorn, aus dem Münzen und Medaillen mit dem Bildnis des Erzbischofs und seinem Familienwappen fallen. 46,05 mm; 69,76 g. B./R. 4164 (dort im Gewicht zu 15 Dukaten); Probszt ; Zöttl 2881. GOLD. Von großer Seltenheit. Attraktives Exemplar, winz. Randfehler, vorzüglich + Exemplar der Slg. Dolenz, Auktion Schweizerischer Bankverein 40, Zürich 1996, Nr. 370. Estimate: 12500 EUR |