| Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung > Online Auction 3 | Auction date: 22 September 2026 |
| Lot number: 591 Price realized: This lot is for sale in an upcoming auction - Bid on this lot | |
| Lot description: Constantin I., der Große, 307 - 337 n. Chr. Follis ø 20mm (2.96g). 326 n. Chr. Mzst.Constantinopolis. St. 180°. Vs.: CONSTANTI-NV[S MAX AVG], Kopf mit Rosettendiadem n. r. Rs.: PROVIDEN-TIAE CAESS, Lagertor mit zwei Türmen, oben Stern, l. im Feld Γ (3. Offizin), im Abschnitt CONS. RIC 22 (Vs.) / 27 (Rs.). LRBC 988 (Vs.) / 997 (Rs.); Dunkle Patina, fast vz. Provenienz: Ex Sammlung Nominale von Prof. Dr. Wolfram Weiser; ex Naville Numismatics Auktion 47, 2019, Los 636 Überprägt auf: Crispus Caesar, 317-326. AE-Follis zu 12 � Nummi, 324. [D N FL IVL CRISPVS NOB CAES Büste mit Panzer, Paludamentum und Strahlenkrone,] n. r. / [IOVI CONS]-ERVATORI [Iupiter steht nackt, mit Pallium, Adler]-Sceptrum [und Victoriolaglobus, v. v., Kopf n. l.; l. steht Adler mit Lorbeerkranz im Schnabel n. l., Kopf n. r.]; r. sitzt gefesselter Captivus n. r., Kopf n. l., r. im Feld Wert XIIΓ. Das Stück ist hybrid. In derselben dritten Offizin erschien der Typ des Kaisers, mit Revers GLORIA - EXERCITVS (RIC 22), von dem der Aversstempel stammt, kombiniert mit dem Reverstyp für Constantinus iunior Caesar (RIC 27). In dieser Emission erschienen Folles von Constantinus I. sowie von den Caesares Constantinus iunior und Constantius iunior (seit dem 8. November 324); Crispus Caesar († Juli 326) fehlt bereits (RIC 22-28; LRBC 983-998). Von der Aversumschrift des überprägten Typs ist nichts zu erkennen. Das Porträt ist jedenfalls unbärtig und weist daher auf Constantinus I., Crispus Caesar oder Constantinus iunior Caesar. Leider ist auch nicht auszumachen, ob der Portraitierte als Kopf mit Rosettendiadem (Constantinus Augustus) oder als Büste mit Panzer, Paludamentum und Lorbeerkranz (Crispus Caesar) gestaltet war. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde eine Münze des Crispus Caesar überprägt, der, 326 in Ungnade gefallen, Ende Juli des Jahres hingerichtet worden war (Ramskold 2020, 212). Als Prägeort des überprägten Stückes kommen Heraclea (RIC 53), Nicomedia (RIC 48), Cyzicus (RIC 17) und Alexandria (RIC 29) in Frage; dem Stil nach zu urteilen, ist Heraclea, Nicomedia oder Cyzicus die emittierende Reichsmünzstätte gewesen. Die Emission wird im RIC in die Zeit 327-328 datiert, doch zeigt die vorliegende hybride Münze offensichtlich einige Bestürzung in der Münzstätte der neuen Hauptstadt, mit einer Art damnatio memoriae des umgebrachten Prinzen. Ramskold, 2020, 211-215, datierte die Emission zutreffend in die Zeit um Juni / November 326. Zum Phänomen der Einziehung von Crispus-Münzen vgl. Ramskold, 2020, 232-240. Estimate: 120 EUR |
| Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung > Online Auction 3 | Auction date: 22 September 2026 |
| Lot number: 7 Price realized: This lot is for sale in an upcoming auction - Bid on this lot | |
| Lot description: BARBARISCHE IMITATIONEN RÖMISCHER MÜNZEN . Nach Constantius II., 337 - 361 n. Chr. Reduzierte "Maiorina" ø 16mm (2.24g). 353 - 354 n. Chr. Mzst.Britannischer Beischlag vorgeblich Constantia. St. 180°. Vs.: [D] N CONSTAN-TIVS [P F AVG], Kopf mit Perlendiadem n. r. Rs.: FEL [TEMP - REPARATIO], römischer Infanterist ersticht gestürzten sasanidischen Reiter, l. im Feld D, im Abschnitt S CON. vgl. RIC 215. Überprägt auf: Constantinus II. Caesar, 317-337/40. AE-Minutus aus Constantina (Arelate) von 331. Vs.: CONSTANTINVS [IVN NOB C], Büste mit Lorica u. Lorbeerkranz n. r. Rs.: [GLOR]-IA EXERC-ITVS, zwei Soldaten stehen neben zwei Signa, zwischen diesen Stern, im Abschnitt SCONST. LRBC 353 var.; RIC 350. Braune Patina, Überprägungsspuren, gutes ss. Provenienz: Ex Sammlung Nominale von Prof. Dr. Wolfram Weiser. Diese Delta-artigen Signaspitzen von zwei ungewöhnlich eng neben einander stehenden Signa, mit Stern-Beizeichen, zeigt Guido Bruck, Die spätrömische Kupferprägung, Graz 1961, 25, nur für Arelate. Wegen der geschlossenen Averslegende ist Constantinus II. gesichert (Bruck 26). Da ein Revers-Beizeichen über den Signa fehlt, muss der überprägte Minutus aus der frühen Emission des Typs in Constantina (Arelate) stammen, wo der Stern zuweilen nicht über, sondern zwischen den Signa zu sehen ist (RIC VII 271, 350 mit Anm.). Das Stück war bei der Überprägung folglich schon 22/23 Jahre alt. Der Kaiser weilte in Arelate zur Feier seiner Tricennalia, am 8. November 353 (nach Ammianus Marcellinus 14, 5. 1 (dort irrig diem sextum idus Octobris statt Novembris (Kienast 315; im RIC VIII 200 noch 10 October 353)). Doch wohl zu diesem Anlass wird er der Stadt den kaiserlichen Ehrennamen Constantia zuerkannt haben (RIC VIII 200). Die erste Emission der neuen reduzierten Maiorinae obigen Typs wurden damals emittiert, jedenfalls vor der Absetzung des Constantius Gallus Caesar, Ende 354. Unter den etwas 2800 Bronzemünzen im Fund von Heslington in Yorkshire, abgeschlossen um 355 n. Chr. (Carson / Kent 1971a) lagen aus dieser Emission 139 Stücke von Constantius II. und 16 von Constantius Gallus Caesar (217); an auf älteren Münzen überprägten Imitationen des Typs, nicht nach Münzstätten-Signaturen aufgeschlüsselt, 294 Stücke, davon 52 auf dem gleichen Untertyp (224). Dieses Geld wurde teils nach Britannien exportiert und teils in Britannien nachgeprägt (Londinium, die letzte aktive Reichsmünzstätte in Britannien, war seit 325/326 außer Dienst gestellt). Vgl. auch Pudill 2015, 210f. Vgl. das Zwei-Signa-Stück, überprägt mit lokalen Stempeln des Iulianus Caesar, mit irrigem Feld-A / Reitersturz: MM 45, 2017, 138, 1076 (2,24g). Estimate: 40 EUR |
| Gorny & Mosch Giessener Münzhandlung > Online Auction 3 | Auction date: 22 September 2026 |
| Lot number: 529 Price realized: This lot is for sale in an upcoming auction - Bid on this lot | |
| Lot description: Herennius Etruscus, 251 n. Chr. Antoninian (Bicharactus) ø 23mm (2.52g). Mzst.Rom. St. 15° Vs.: IMP C Q HER ETR MES DECIO AVG, Büste mit Lorica, Paludamentum u. Strahlenkrone n. r. Rs.: PIETAS AVGG, Mercurius steht mit Petasos, Pallium, Caduceus u. Follis, Kopf n. l. Überprägt auf Maximinus Thrax, Frühjahr 235 - Mitte April (?) 238. Denar, Rom. Vs.: [IMP MAX]IMINV[S PIVS AVG], Büste mit Lorica, Paludamentum u. Lorbeerkranz n. r. Rs.: [FIDE]S M[ILITVM, Fides steht mit zwei] Sign[a frontal, Kopf n. l.]. RIC 7A; BMC 1 bzw. 58-60. RIC 151a. Überprägungsspuren, fast vz. Provenienz: Ex Sammlung Nominale von Prof. Dr. Wolfram Weiser; ex Kölner Münzkabinett Auktion 115, 2021, Los 473 (Zuschlag 1200,- Euro); ex Kaiser 1985 (1.000,- DM). Herennius Etruscus, Sohn von Traianus Decius und Herennia Etruscilla, geboren um 220/230 in Pannonien, wurde Mai/Juni (vor dem 8. Juni) zum Caesar ernannt und vor dem 9. Juni 251 zum Augustus erhoben, Kurze Zeit später, noch im Juni 251, kam er in der Schlacht von Abrittus in Moesien, gegen Knivas Goten, um, noch vor seinem Vater. Die stadtrömischen Münzprägungen für Herennius Etruscus Augustus sind offensichtlich in einem sehr kurzen Zeitraum geprägt worden, nur ein Aureus scheint erhalten zu sein (PRINC IVVENT Apollo: RIC 153a = Cohen 218, 18 Abb.); ansonsten lediglich einige Bicharacti; Buntmetallmünzen fehlen. Alle sechs Bicharactus-Typen wurden aus dem bisherigen Repertoire übernommen, vier von Herennius Etruscus Caesar: MARTI PROPVGNATORI Mars Propugnator (Künker 288, 2017, 803, nach RIC 141), PIETAS AVGG Mercurius (RIC 151ab, nach RIC 142b), PIETAS AVGVSTORVM Sakralgerät (RIC 152, nach RIC 143) und PRINC IVVENT Apollo (RIC 153b, nach RIC 144b); von Herennia Etruscilla: VICTORIA GERMANICA Victoria (RIC 154, nach RIC 76) bzw. von Traianus Decius: VOTIS DECENNALIBVS im Kranz (RIC 155ab, nach RIC 30). Estimate: 400 EUR |